• Zunft Reitergruppe

Geschichtliches

Die Reitergruppe der Zunft Wollishofen entstand 1945 um den Pferdehändler 'Brandenberger von der Kalchbühlstrasse' und dem ersten Reiterchef Albert Aeberli. Pferde waren in der Nachkriegszeit noch bei zahlreich Bauern des linken Zürichseeufers im Einsatz und so wurden die 'wackeren Ackergäule zu schmucken Sechseläuten-Rössern dekoriert'. Zusätzlich wurde aber auch gerne Defilee-erprobte und Böller-resistente Kavalleriepferde um den Böög geritten. Damit die 'Burschen im Saft blieben, wurden auch während dem Jahr Ritte durchgeführt'.

Zur Hebung des reiterlichen Niveaus begaben sich die Wollishofer-Reiter Ende der 50'er Jahre in die Halle und unter die Fittiche des 'Deutschen Rittmeisters' Herbert Kuck nach Wohlen. Doch war man mit dessen Drill und Husarenritten im Reusstal offenbar nicht sehr glücklich, so dass man schon bald zum Rittmeister Schubert nach St. Jakob und später nach Wallisellen wechselte, wo sich die Wollishofer wohler fühlten: Da ritt man nicht nur wie die Husaren sondern festete auch so! An den Hallenspringen nahmen regelmässig 10-15 zöiftige Reiter teil und es wurden auch eigene Fuchsjagden durchgeführt – auch wenn dabei mancher 'ins Gras tauchte und mit der Erde Bekanntschaft machte'.

Ab 1963 fanden die Wollishofer Reiter eine neue Heimat im Stall Ramseyer auf dem Horgenerberg, wo dann der Wollishofer-Zünfter Toni Gitzelmann das Amt des Reitlehrers übernahm und seinen Reitern 'viele Wichtigkeiten' aber auch 'Manieren' beibrachte. Reitkenntnisse und Zusammenhalt wurden an den während vieler Jahre durchgeführten mehrtägigen Ritten im Jura vertieft.

Der Erfolg des unter tatkräftiger Mitarbeit der Wollishofer entstandenen Reitzentrums führte ironischerweise dazu, dass der Mietpferdbetrieb schliesslich aufgegeben wurde und sich die Wollishofer Reiter neu orientieren mussten. Reitbetriebe in Steinhausen und Sihlbrugg waren weitere Stationen bis man dann ab 1991 im Twirrenhof in Eschenbach das noch heute aktuelle reiterliche Zuhause fand.
(Quellen: Chronik von Hansruedi Alder sowie Reiterbuch 1961-1986)